Wie kalibrieren Sie einen Menschen?

Lügen erkennen und handeln

 

Wie oben bereits erwähnt, müssen Sie einen Menschen, sagen wir einen Bewerber für einen Job, ganz normal erleben. Wie gibt er sich im Small Talk? Fragen Sie ihn nach dem Weg, ob er die Firma gut gefunden hat. Fragen Sie ihn, ob er einen Kaffee, Tee oder Wasser möchte.

Bieten Sie ihm einen Platz zur Auswahl an. Er soll sich wohlfühlen. Reden Sie mit ihm über ein Ereignis, das jüngst stattgefunden hat. „Mögen Sie Fußball? Haben Sie das Länderspiel gestern gesehen?“ Verwickeln Sie ihn in ein völlig unverfängliches Gespräch – und beobachten Sie ihn.

Dann geht´s zur Sache. Knallharte Fragen zur angebotenen Arbeitsstelle. Erkennen Sie nun Unterschiede im Verhalten, dann dürfen Sie sicher sein, dass er lügt. Fasst er sich an die Nase? Legt er die Stirn in Falten? Öffnet er übertrieben weit die Augen und starrt Sie förmlich an? Bewegt er sich auf dem Stuhl?

Verschränkt er die Arme oder gestikuliert er plötzlich wie wild? Abweichungen vom kalibrierten Normverhalten deuten immer darauf hin, dass er was zu verbergen hat – er womöglich durch Unwahrheiten unter Stress gerät. Kommen die Antworten akkurat wie einstudiert, dann ist was im Busch.

Beliebte Spielchen sind, wenn jemand vorgibt, gut Englisch sprechen zu können, das Gespräch dann auch in der Fremdsprache fortzusetzen. Und da lauern ganz besondere Fallstricke. Mit perfekten Kenntnissen bringen Sie den Scharlatan in die Bredouille, etwa wenn Sie Fachbegriffe verwenden und seine Loyalität prüfen wollen. Oder führen Sie Gehaltsverhandlungen auf Englisch – angelsächsisch ausgerichtete Firmen verhandeln über ein Jahressalär, nicht über einen Monatslohn.

Die „Benefits“ wie Boni, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld stehen nicht zur Debatte, sondern sind im Anhang des Vertrags immer fest geregelt. Gerade in einer Bewerbung gibt es so viele Fallstricke. „Warum wollen Sie wechseln? Was gefällt Ihnen in der alten Firma nicht? Sie haben es bisher nie länger als zwei Jahre bei einem Arbeitgeber ausgehalten und so weiter.

Laden Sie den Kandidaten zum Essen ein: Hier haben Sie besondere Möglichkeiten, ihn zu beobachten, seine Manieren zu studieren – beispielsweise wie viel Alkohol er dabei trinkt, wie er mit Messer und Gabel umgeht, was er bestellt, wie er isst und so weiter. Somit haben Sie schon einmal viele Tricks und Kniffe, damit Sie eine möglichst gute Personalentscheidung treffen können.