54 Methoden um Lügen zu erkennen

Lügen erkennen und handeln

 

11. Schauen Sie doch mal auf die Füße! Ja, Sie haben richtig gelesen: Auch die Füße verraten einen Lügner. Stress, Nervosität, Unruhe – all das überträgt sich auch auf die Füße. Während Ihr Gegenüber im Normalverhalten seine Füße noch absolut ruhig im Griff hat, scharrt er jetzt sozusagen mit den Hufen. Das sollte Sie stutzig machen und sie mal genauer hinhören lassen.

 

12. Sie kennen ja das Märchen vom Pinocchio, der Holzfigur, der beim Lügen eine lange Nase wächst. Ja, wenn es so einfach wäre! Dem Lügner im wahren Leben wächst leider die Nase nicht, aber er fasst sich öfter an dieselbe oder reibt sie. Sie wird nämlich bei Stress stärker durchblutet und fängt dann an zu jucken. Das ist unangenehm und der Betreffende hält dagegen.

Er fasst sich an den Hals, verdeckt vielleicht mit der Hand den Mund (verstecken, weil da die Lüge rauskommt!) oder berührt seine Augen. Also, wenn jemand mit der Hand Richtung Gesicht geht, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass Ihr Gesprächspartner nicht die Wahrheit sagt.

 

13. Achten Sie auf Widersprüche zwischen Gesagtem und paralleler (kongruenter) Gestik/Mimik. Wenn ich eine Frage verbal bejahe und dazu unterstützend mit dem Kopf nicke, passt es zusammen, dann ist die ganze Stimmung kongruent. Entdecken Sie aber Inkongruenz, dann stimmt etwas nicht, Beispiel: Ihre Gesprächspartnerin stimmt Ihnen zu, schüttelt aber mit einer Nein-Gestik den Kopf.

14. Elftens sollten Sie schnelle Änderungen der Körpersprache wahrnehmen, also wenn jemand aus einem gelassenen Zustand plötzlich wild gestikulierend wird, mit extremer Mimik reagiert, sich auf die Lippen beißt, mit der Zunge seine Lippen befeuchtet, mit der Hand durch die Haare fährt – Frauen spielen dann gerne an ihren herunterhängenden Locken und wickeln sie um den Zeigefinger. Oder sie spielen an ihrem Schmuck, fassen sich an den Hals.

Das alles sind Zeichen dafür, dass hier etwas aus dem Ruder gerät; Ihr Gegenüber verhält sich nicht mehr normal, weicht von seinem coolen Ruhezustand ab. Er wird nervös, weil er jetzt vielleicht die Unwahrheit sagt. Lügner können auch ins andere Extrem wechseln: Sie werden dann plötzlich extrem ruhig und äußern sich fast gar nicht mehr in irgendeiner Art von Körpersprache. Aber Vorsicht: Muss nicht sein, ihm kann auch einfach die Frage unangenehm sein oder sie erinnert ihn gerade an ein schlimmes Ereignis.

 

15. Letztens gibt es Hinweise, die allerdings nur schwer zu erkennen sind. Man muss das trainieren. Der Fachmann nennt die Mikroexpression. Das sind ganz feine Veränderungen im Gesicht, etwa ein flüchtiges Zucken bestimmter Muskeln. Sie kennen das vielleicht, wenn sich der Kaumuskel an den Wangen kaum sichtbar bewegt. Man muss schon sehr genau und intensiv hinschauen. Die Muskeln vollziehen innerliche Kaubewegungen bei geschlossenem Mund.

Oder wenn das Augenlid für einen Sekundenbruchteil zuckt, die Wimpern leicht flackern, die Mundwinkel plötzlich mal kurz anspannen. Manchmal können Sie auch beobachten, wie sich unter einem T-Shirt Oberarm- oder Brustmuskeln bewegen. Beobachten Sie das genau, denn es könnte auf Nervosität hindeuten und die wiederum kann vom Lügen kommen. Wie gesagt: Drei der letzten zwölf Erkenntnis Merkmale mit Ja beantwortet, heißt: Vorsicht Lügner am Werk, Lügen-Cluster festgestellt!

 

16. Weicht jemand aus, dann kann auch das ein Anzeichen für Lüge sein, etwa wenn sie auf die Frage „Schlägst Du schon mal Dein Kind?“ nicht direkt antwortet, sondern Ausflüchte sucht wie „Kinder sind doch unser höchstes Gut, die schlägt man doch nicht!“ Sie sagt also nicht, dass sie ihr Kind nicht schlägt oder doch schlägt, sondern sie verallgemeinert mit einer bekannten Floskel.

Oder Sie fragen Ihren besten Kumpel „Hältst Du Dich immer an die Geschwindigkeitsbeschränkung?“ und der antwortet: „Das ist doch selbstverständlich, sonst gefährdet man doch andere Verkehrsteilnehmer!“ Achten Sie immer darauf, ob Ihnen jemand klar antwortet, am besten mit ja oder nein. Wählen Sie also Testfragen, um die Ehrlichkeit Ihres Gesprächspartners zu prüfen. Dann wissen Sie, woran Sie sind.

17. Stellen Sie Fangfragen. „Sie waren also gestern im Kino. Wie war denn der Film?“ Sie kennen natürlich das Programm, fragen aber nicht, welcher Streifen lief. Bleibt sie nun sehr allgemein, können Sie ahnen, dass sie nicht viel Konkretes weiß, sie ergo auch gar nicht im Kino war. Denn die Schilderungen passen nicht zum Film. Weiter brauchen Sie gar nicht gehen.

Oder: Stellen Sie im Lebenslauf des Bewerbers eine Lücke fest, sagen Sie einfach: „Von 2006 bis 2007 waren Sie noch an der Uni?“ – Ist Ihr Kandidat ehrlich, rückt er unumwunden mit der Wahrheit raus und antwortet: „Ich habe mir nach Studienabschluss ein Orientierungsjahr gegönnt und in sozialen Projekten in Israel mitgearbeitet.“

Oder: „Ich konnte nicht sofort eine Beschäftigung finden und habe in Nebenjobs gearbeitet, bis ich meinem Abschluss angemessen die richtige Stelle fand.“ Das ist schlüssig und ehrlich. Wer hier einfach die Frage bejaht, ist reingefallen, denn dann hätte es auch im Lebenslauf stehen können. Sie haben ´s vergeigt!

 

18. Manche Blender sind so von sich selbst und ihrer Selbstinszenierung überzeugt, dass sie manchmal ganz offensichtlich lügen, obwohl sie es vielleicht nur als Übertreibung werten. Überspitzt: Wenn jemand behauptet, zwei und zwei sind drei – und basta, weil ich hier das Sagen habe, ja den kann man nur müde belächeln und der wird es auch sonst mit der Wahrheit nicht allzu ernst nehmen.

Aber es gibt solche Typen, die einen damit selbst zur Verzweiflung treiben. Man fragt sich, um beim Beispiel zu bleiben: „Sind denn zwei und zwei wirklich vier oder nicht doch drei? So weit treiben einen überzeugend auftretenden Schauspieler.

 

19. Deuten Sie genau die Sprache: Verneint Ihr Gesprächspartner auffallend oft, ist meist das Gegenteil gemeint. Gebraucht er plötzlich eine überspitzte Ausdrucksweise wie „in keinster Weise“ – „nie und nimmer“ – „absolut richtig“ – „völlig übertrieben“ – „ich verabscheue zutiefst“ und so weiter. Man muss nicht übertreiben und kann einen Sachverhalt auch ganz normal ausdrücken. Übertreibt jemand dermaßen, dann hat er es auch nötig – denn es stimmt nicht, was er sagt.

 

20. Seien Sie vorsichtig damit, einen ausweichenden Blick falsch zu deuten. Denn britische Forscher haben genau das Gegenteil festgestellt: Nämlich, dass ausweichende Blicke nach rechts oder links, oben oder unten nichts mit Lügen zu tun haben. Es kann sein, aber genauso ist es möglich, dass einfach nur die Frage unangenehm war. Da müssen also schon andere Faktoren hinzukommen.